Die Kunst als Übungsplatz für die Freiheit - das war Schillers Konzept, es hat an Aktualität nichts eingebüßt. Heinrich Böll sagt, Kunst ist Freiheit. Also weder der Unterhaltung, noch der Kulturindustrie, den Medien oder gesellschaftlichen Gruppen oder Systemen unterworfen. Das ist der Idealzustand, der freilich immer und überall gefährdet ist und infrage gestellt wird. Die Kunst selbst lotet ihre Freiheit und Unabhängigkeit aus, versucht sie zu verteidigen, ihre Grenzen zu erweitern. Ein schwieriger, komplizierter sowie überaus sensibler Prozess. Kritik ist der Versuch, diesen Prozess zu beobachten, zu diskutieren und die Befunde in die Öffentlichkeit zu tragen. Kritik ist Auseinandersetzung mit den Künsten und die Vermittlung der Künste auf der Basis von Kenntnis, Vergleichs- und Verweismöglichkeiten. Dabei hat sie ihre Kriterien und Maßstäbe offenzulegen und im Dialog mit den Künsten und dem Publikum immer wieder auch zu hinterfragen. Die Kritik ist Dienerin der Künste, in diesem Sinn steht sie an ihrer Seite. Sie kann dazu beitragen, dass die Kunst als essenzieller Teil unseres Lebens ihren Stellenwert in der Gesellschaft behält und ausbaut - und, ohne populistisch zu sein, möglichst viele Menschen anspricht und erreicht.
1950 in Berlin gegründet, ist der Verband der deutschen
Kritiker e.V., mit Sitz in der Bundeshauptstadt, seit 1990 der
Zusammenschluß von in der gesamten Bundesrepublik als Kritiker tätigen
Publizisten.
Er unterstützt seine Mitglieder in der Ausübung ihrer beruflichen
Tätigkeit. Er verleiht in jedem Jahr die Kritikerpreise in den
Fachgruppen Architektur, Bildende Kunst, Fernsehen, Film, Literatur,
Musik, Tanz, Theater und Hörfunk. Jeweils drei Juroren wählen
Persönlichkeiten oder Institutionen des kulturellen Lebens in der
Bundesrepublik Deutschland. Das bedeutet, dass die für Zeitungen,
Zeitschriften, Funk, Fernsehen und das Internet tätigen
Verbandsmitglieder die gesamt Bandbreite künstlerischer Tätigkeit
kritisch begleiten.
Die Mitglieder des Verbandes der deutschen Kritiker sehen sich gerade
durch seinen spartenübergreifenden Charakter in der Verpflichtung, den
Umgang der Gesellschaft und der Medien mit den Künsten und der Kritik
wahrzunehmen und zu beschreiben. Dazu gehört auch der selbstkritische
Diskurs über die eigene Rolle und der Versuch, neue Perspektiven zu
erarbeiten. Der Verband bemüht sich um die Organisation von Symposien
und öffentlicher Diskussionen zu dieser Problematik.
Er bemüht sich zudem seiner Satzung gemäß um einen
Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern, vermittelt juristischen
Rat und kümmert sich um den Nachwuchs in der Ausübung des
Kritikerberufs.
Der Verband setzt sich für einen internationalen Erfahrungsaustausch der Kritiker ein und ist offen für die Zusammenarbeit mit verwandten Vereinen und Verbänden im In- und Ausland. Die Mitgliedschaft im Internationalen Theaterinstitut (ITI), im Deutschen Kulturrat sowie in der Internationalen Vereinigung der Theater-Kritiker (AICT) bedingt auch die Anerkennung des Mitgliedsausweises in Theatern, Konzerthallen oder Museen im In- und Ausland.
Wend Kässens u. Helge Grünewald
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| 1. Vorsitzender Wend Kässens |
2. Vorsitzender Dr. Helge Grünewald |
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| Sprecher des Beirats Dr. Werner Schulze-Reimpell |
Schatzmeister Daniel Killy |